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Weniger ist mehr – Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Bad

Von Sarah Vianden // undeinepriseliebe //

Ich habe zum Glück eine sehr unkomplizierte Haut, hatte nie Probleme mit Akne, frühen Fältchen oder sonstigen Hautbesonderheiten. Oft war es ganz einfache Gesichtscreme, die mir reichte. Dennoch sammelte sich über die Jahre immer mehr im Bad. Meist einfach, weil ich Lust hatte etwas auszuprobieren, die Werbung einen tollen Effekt versprach oder mich die Verpackung verführte – dazu muss man wissen: ich mag schöne Verpackungen einfach sehr!

Vor einigen Jahren setzte ich mich immer mehr mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander. Erst im Bereich Essen und Kochen, dann kam die Mode dazu und das Thema Müllvermeidung. Beim Versuch immer mehr Müll zu vermeiden, merkt man sehr schnell, dass es schwierig ist (vor allem als Familie) direkt und komplett in allen Bereichen auf Müll zu verzichten. Ich würde fast behaupten, das geht gar nicht. Jedenfalls nicht, ohne verrückt zu werden.

Man stellt einfach viel zu oft fest, dass Müllvermeidung auch mit einem großen Verzicht zu tun hat. Denn bekomme ich eine bestimmte Sache zum Kochen nicht als unverpackte Variante „auf die Schnelle“, dann muss ich eben verzichten. An sich eine super Sache, aber für mich teilweise auch nicht von 0 auf 100 umsetzbar.

Deswegen habe ich mir vor ein paar Monaten einen Teilbereich herausgesucht, um diesen ganz bewusst anzugehen: meine Pflegeroutine im Bad.

Bestandsaufnahme

Ich habe zunächst erstmal geschaut, wie viel verschiedenster Kram im Badezimmer überhaupt so lungerte. Davon habe ich dann die Dinge mit schlechten Inhaltsstoffen direkt aussortiert und alle anderen stellten sich zum Verbrauch an. Ich wollte einfach mal, alle Tuben, Tiegel und Vorräte aufbrauchen und überhaupt mal einen wirklichen Bedarf schaffen. Wie kann man sonst feststellen, was man überhaupt braucht?!

Am Ende stellte ich fest, dass ich eigentlich recht wenig für meinen täglichen Pflegegebrauch benötige. Da ist ein Duschgel, ein Haarshampoo, eine Creme fürs Gesicht, eine für den Körper und ein Deo. Die Schminkutensilien habe ich auch zunächst ausgeklammert, hier bin ich nämlich immer noch beim „Aufbrauchen“.

Nachhaltige Pflegeroutine

Das Shampoo ersetzte ich durch ein festes Shampoo, also ein Stück Seife mit tollen Inhaltsstoffen für die Haare. Dieses Stück hält mindestens ein halbes Jahr und kommt unverpackt daher. Das Deodorant wurde auch gegen ein festes Stück Deo getauscht, was super wirkt, schonend zur Haut ist und auch sehr ergiebig scheint. Beim Duschgel suche ich noch das richtige Stück festes Duschgel, was mir richtig gut gefällt. Hier teste ich mich gerade durch einige Pröbchen von Duschcreme mit natürlichen Inhaltsstoffen. Die Gesichtscreme habe ich durch Kokosöl, das ich mir in einen vorhanden Tiegel abgefüllt habe, ersetzt und komme damit bisher super gut zurecht. Als Körpercreme habe ich mich auch schon an Kokosöl versucht, aber ich bin noch nicht sicher, ob es das Richtige auf Dauer ist. Sicher werde ich mal andere Plfanzenöle, wie Mandelöl z.B. probieren.

Das Gute daran ist nicht nur, dass man einiges an Müll spart – und auch an dem fiesen Mikroplastik, das sich leider in vielen Produkten versteckt – sondern, dass man sein Leben damit auch deutlich einfacher macht. Auf Reisen hat man weniger Gepäck und auch so bleibt keine große Entscheidungsmöglichkeit am Morgen, die durchaus auch mal zu Stress führen kann.

Und wusstet ihr, dass man z.B. Kokosöl auch direkt hervorragend zum Abschminken benutzen kann? Das ist so perfekt und pflegt gleichzeitig die Haut!

Ich bin jedenfalls ein großer Fan davon – und seitdem ich von herrkömmlichen Wattepads (wie gesagt: erst Mal den Vorrat aufgebraucht) auf waschbare Pads umgestiegen bin, fühle ich mich noch besser dabei.

Ich habe auch noch einen kleinen Tipp: wunderschöne, waschbare Pads gibt es zwar zu kaufen, aber man kann sie auch ganz unkompliziert selber machen.

DIY – Abschmink Pads
Was Ihr dafür braucht? 

Alte Baumwolltücher, Musselin-Stoffreste oder alte, dünne Handtücher

Und wie macht man die Pads dann?

Ganz einfach: Den Stoff auf eure liebste Form, rund oder eckig, und Wunschgröße zuschneiden.

Wer’s ganz sauber haben will, kann zwei Stücke davon aufeinandernähen und hat dann sogar ein dickeres Pad mit zwei Seiten. Hier kann man auch eine rauere und eine weichere Seite verarbeiten, wenn man das praktischer findet.

Es reicht natürlich auch vollkommen, wenn man die Stoffstücke zuschneidet und nicht vernäht, hier vielleicht mit einer Zick-Zack-Schere schneiden, damit es nicht so schnell ausfranst.

Diese Pads und Waschtücher kann man dann wunderbar immer mal von Hand auswaschen und dann, je nach Empfinden, eben auch mal in der Waschmaschine waschen.

Vor allem die Frauen, die regelmäßig Wattepads benutzen, werden staunen, wie viel Müll sie mit den waschbaren Pads am Tag einsparen.

Und wie gesagt: alles kann, nichts muss – einfach anfangen, das ist das Beste! Kleine Schritte zu einem umweltbewussten Leben helfen der Umwelt mehr als man denkt.

Mehr über meinen Weg zu mehr Nachhaltigkeit lest Ihr auf meinen Blog!

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