Gewusst?

Slow, Sustainable, Ethical? And what the f* is Fair Fashion?

‚Ach, das ist doch alles das Gleiche‘, höre ich oft, wenn ich mich mit Freunden über nachhaltige Mode unterhalte. Das stimmt aber so nicht ganz. Zwar gehen Slow, Sustainable, Ethical und Fair Fashion in dieselbe Richtung, schaut man aber mal genauer hin, gibt es doch Unterschiede. Hier habe ich für euch grob zusammengefasst, was mit den einzelnen Fashion Credos eigentlich gemeint ist.

Vier unterschiedliche Begriffe für eine Sache //

Slow Fashion, Sustainable Fashion, Ethical Fashion und Fair Fashion sind zunächst einmal insgesamt das Gegenteil von Fast Fashion und Massenproduktion. Die Hersteller entscheiden sich bewusst für nachhaltige Produktionsbedingungen und langlebige Produkte. Mode soll nicht zum Wegwerfen sein, wie vieles in einer immer schnelllebigeren Zeit, sondern ein wichtiger Bestandteil der Verantwortung für Mensch und Umwelt. Slow, Sustainable, Ethical und Fair stehen dabei für bewusstes Wahrnehmen des Produkts, dessen Ursprung und Herstellung. Dazu gehört vor allem auch der Respekt und die faire Behandlung der Menschen, die die Produkte herstellen. Warum dann vier unterschiedliche Begriffe für eine Sache? So erkläre ich es mir:

Slow Fashion //

Bezieht sich vor allem auf das Kleidungsstück selbst. Auf Stil, Design und Qualität. Konsum von Kleidung aus langlebigen Materialien, die man auch noch nach Jahren liebt und gerne trägt, anstatt immer neuen Trends hinterher zu rennen.

Sustainable Fashion //

Bezieht sich noch mehr auf die Auswirkungen auf die Umwelt durch die Herstellung. Eine Rolle spielen hier die Vermeidung von Pestiziden und anderen Chemikalien, geringer Wasser- und Energieverbrauch, Müllreduzierung, Recycling von Materialien und Verpackung.

Ethical Fashion //

Bezieht sich noch stärker darauf, wie und von wem die Kleidung hergestellt wird. Bei den Bedingungen beim Anbau der Baumwolle angefangen, bis hin zur Bezahlung der Arbeitskräfte. Kinderarbeit oder Sklaverei sind nicht gedultet. Die Menschen, die die Produkte herstellen sollen gut behandelt werden. Unter Ethical Fashion fällt für mich auch vegane Mode, bei deren Produktion auf Tierrechte Rücksicht genommen wird.

Fair Fashion //

Bezieht sich sowohl auf die ökologische als auch auf die faire Herstellung der Produkte. Hier geht es aber besonders um die Preisgestaltung der Ware. Dumpingpreise und große Profite auf Kosten der Menschen, die in den Manufakturen arbeiten, sind ausgeschlossen.

Fazit //

Meistens ist die Mode aus einer der Idealtypen auch eine Mischform mit den anderen. Die Materialien sind möglichst bio, recycelt, upcycled oder gebraucht. Herkunft und Auswahl der Rohstoffe, eine hochwertige Verarbeitung, fairer Handel und die Langlebigkeit von Kleidung und Accessoires stehen an erster Stelle. Auf Chemie wird möglichst verzichtet. Die letzten Jahre liegt der Fokus auf der Erschließung und Entwicklung neuer, nachhaltiger Materialien. Ananasleder, Kork, Papier oder Lyozell sind nur einige davon. Nachhaltige und ‚entschleunigte‘ Mode ist durch eigene Textilsiegel gekennzeichnet. Den höchsten Standard unter den Zertifikaten gewährleistet zur Zeit GOTS – Global Organic Textile Standard. Firmen die so herstellen, machen ihre Produktionsprozesse meist gern transparent. Jedes Glied der Produktionskette soll und darf für den Verbraucher nachvollziehbar sein. Slow, Sustainable, Ethical und Fair Fashion sind auch und vor allem die Reflexion des eigenen Konsumverhaltens. Denn letztlich ist es der Konsum des einzelnen, der entscheidet!

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