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Nachhaltiger Kleiderschrank – so geht’s!

Von Mirjam Smend, my-GREENstyle.com / Foto: Cherie Birkner /

Überproduktion, Massenkonsum, Billigware – da kann einem schon mal der Atem stocken. Nicht umsonst gibt es immer mehr Green-Blogger, die wissen, dass es auch anders geht. Mit unseren Blogs zeigen wir nachhaltige Alternativen. Für Dich. Für deine Kinder. Für alle, die Spaß an Mode haben und es ein bisschen besser machen wollen.

Du hast Lust, Deinen Kleiderschrank etwas nachhaltiger zu gestalten (herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle zu dieser großartigen Entscheidung!) und weißt nicht, wo Du beginnen sollst? Die Antwort ist ganz einfach: Fang einfach an. Irgendwo. Denn niemand ist von heute auf morgen 100 Prozent nachhaltig. Ganz einfach, weil es 100%ige Nachhaltigkeit nicht gibt. Allein die Tatsache, dass Du Dich zu diesem Schritt entschieden hast, bedeutet, dass Dein Bewusstsein für dieses Thema da ist. Und darum geht es.

Nachhaltiger Kleiderschrank – was ist das?

Vielleicht beginne ich damit was es nicht ist: Nachhaltiger Kleiderschrank bedeutet definitiv nicht, dass Du keine Klamotten mehr kaufen darfst. Konsumverzicht ist zwar tatsächlich die nachhaltigste Form, aber da bleibt ganz viel Spaß auf der Strecke. Und weil (fast) niemand Lust auf vollständigen Konsumverzicht hat, werden wir auch in Zukunft weiterhin coole Jeans, kuschelige Strickpullies und aussagekräftige Statement-Sweater kaufen. Was wir aber ganz leicht ändern können, ist das Bewusstsein für das Thema und die Art der Kleidung, die wir kaufen. Und das ist denkbar einfach.

Nachhaltige Mode ist doch so teuer!

Himmel, habe ich das oft gehört. Und ja: Nachhaltige Kleidung IST teurer, als die billig produzierten Kollektionen, die massenhaft bei den Fast-Fashion-Riesen hängen. Denn bei der nachhaltigen Textilproduktion sollen weder Mensch noch Umwelt leiden. Und dass bei einem T-Shirt für 3 Euro die Rechnung nicht aufgehen kann, bezweifelt doch eigentlich niemand, oder? Billig ist diese Mode nämlich nur hier. Draufgezahlt wird am anderen Ende der Welt, wo die trendy Lieblingsstücke unter unschönen Umständen produziert werden. Wer noch ein bisschen mehr zu dem Thema erfahren will: Einen guten Einblick in die Thematik gibt die Dokumentation ‚The True Cost‘ (z.B. Netflix). Und die gute Nachricht: Sooo viel teurer ist nachhaltige Kleidung nicht, wenn man sie nicht gerade mit den allerbilligsten Textilketten vergleicht. Mein Tipp? Genau überlegen was man braucht und was man wirklich will. Dann hat man sich schon den ein oder anderen Fehlkauf gespart und kann die Differenz ganz locker in das nachhaltige Lieblingsstück stecken.

Bestandsaufnahme

Was Du jetzt nicht tun sollst, ist panisches Ausmisten und dich von all Deinen (Fast-Fashion-)Lieblingsstücken trennen. Denn darum geht es gar nicht. Trotzdem schadet es nicht, sich den Kleiderschrank mal wieder etwas genauer anzusehen. Da finden sich sicherlich einige Teile, die Du so gut wie nie trägst – ab damit in die Flohmarktkiste oder zum Second Hand. Und vielleicht entdeckst Du bei genauerem Hinsehen total vergessene Lieblingsteile im Schrank. Soll alles schon mal vorgekommen sein. Übrig bleiben dann nur Stücke, die man wirklich gerne mag. Egal von welchem Hersteller. Wenn Du jetzt trotzdem Lust hast, Deinen Kleiderschrank mit ’neuen‘ Teilen aufzustocken, hast Du mehrere Möglichkeiten.

Fair Fashion

Inzwischen gibt es zahlreiche Designer und Labels, die maximal nachhaltig produzieren. Unterwäsche von Vatter und Erlich Textil, Jeans von Goodsociety und Feuervogl, Schuhe von Nine to Five und Alina Schürfeld und wunderbare Kinderkleidung von Love Kidswear (s.u. Fotos) oder Kultgut. Leider findet man die – abseits der klassischen Onlineshops wie avocadostore.de etc. – nicht so leicht, wenn man die Namen nicht kennt.

 

Das ist einer der Gründe, warum ich vor über zwei Jahren mein Blogzine my-GREENstyle.com gestartet habe. Denn ja, es gibt sie – man muss sie nur kennen. Wenn Du ein paar Tipps suchst: Meine Lieblingslabels für nachhaltig produzierte Mode & Accessoires findest Du hier. Aber bitte jetzt nicht voller Tatendrang die Fair-Fashion-Shops plündern. Denn beim Thema nachhaltige Mode gilt – wie auch sonst so oft: Weniger ist mehr. Und genauso organisch wie die nachhaltige Mode produziert wird, sollte auch der Zuwachs in der Garderobe sein.

Second Hand / Flohmarkt

Eine wunderbar nachhaltige Alternative zur konventionellen Mode sind Fundstücke in Second-Hand-Läden und Flohmärkten. Denn je länger ein Kleidungsstück im Kreislauf bleibt, desto nachhaltiger ist es. Und abgesehen davon, haben Second-Hand und Vintage-Mode noch einen klaren Vorteil: Hier findet man herrlich einzigartige Teile, die sonst niemand trägt.

Tauschpartys

Immer mehr in Mode kommen Tauschpartys. Denn was der eine nicht mehr mag, kann gut und gerne das Lieblingsstück eines anderen werden. Organisationen wie Greenpeace und lokale Verbände veranstalten immer wieder entsprechende Events. Oder – und das bringt jede Menge Spaß – man organisiert eine Party im eigenen Freundeskreis. Freundinnen einladen, Klamotten mitbringen. Korken knallen lassen. Fertig.

Leihen statt kaufen

Klingt komisch. Ist aber großartig! Smarte Projekte wie die Kleiderei in Hamburg und Köln bieten fantastische Kleidungsstücke, die im Abo per Post zu Dir nach Hause kommen. Man füllt einen

Fragebogen aus und schon kann man sich monatlich auf liebevoll ausgesuchte Lieblingsstücke freuen, die auf den eigenen Stil abgestimmt sind. Mit dabei: Fair produzierte Lieblingsstücke wie die Paperart-Sweater von The Colorful Crew, Statement-Sonnenbrillen von VIU oder der coole Clean-Chic von Jan’n June.

Zu viel versprochen? Ich finde nicht, denn Nachhaltigkeit im eigenen Kleiderschrank ist super easy und macht jede Menge Spaß. Weitere Tipps rund um Fair Fashion, Naturkosmetik und wunderbare Eco-Hotels gibt’s auf meinem Blogzine.

Mirjam Smend // my-GREENstyle.com // Bluse: Hessnatur, Gürtel: Bands of LA, Tasche: Matt & Nat, Schuhe: Stella McCartney
  1. Vielen Dank, liebe Vanessa, dass ich auf Deinem tollen Blog über faire Fashion schreiben durfte! *mirjam

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